Anbau von Automatic-Sorten in Deutschland

Nach Inkrafttreten des Cannabisgesetzes im April 2024 dürfen Erwachsene in Deutschland bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf anbauen. Der Artikel plädiert für autoflorierende Sorten als beste Option aufgrund ihres kurzen Zyklus von 8 bis 12 Wochen, ihrer vom Photoperiodismus unabhängigen Blüte und ihres kompakten Wuchses, die zum deutschen Klima passen und ein bis zwei Outdoor-Zyklen zwischen Mai und September ermöglichen. Für den Anbau wird empfohlen, direkt in Töpfen mit 7–15 Litern zu keimen, ein luftiges Substrat zu verwenden, kurze Bewässerungen nach dem Nass-Trocken-Prinzip durchzuführen, in reduzierten Dosen zu düngen und sich auf stressarme Techniken wie LST zu beschränken, wobei schimmelresistente Genetiken zu wählen sind, um der Feuchtigkeit während der Blüte entgegenzuwirken.

Seit dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes (CanG) am 1. April 2024 hat sich Deutschland zu einem der bedeutendsten Märkte für den Eigenanbau in Europa entwickelt.
Das Gesetz erlaubt erwachsenen Einwohnern, bis zu 25 Gramm Cannabis zu erwerben, bis zu 50 Gramm zu Hause zu besitzen und maximal drei Pflanzen pro Person für den Eigenkonsum anzubauen, wobei ausdrücklich sicherzustellen ist, dass Minderjährige keinen Zugang dazu haben.
Unter den klimatischen Bedingungen Nordeuropas erweisen sich automatisch blühende Sorten als eine der besten Alternativen. Im Folgenden gehen wir näher darauf ein, wie man sie unter diesen Bedingungen anbaut.

Obwohl Deutschland ein kaltes Land ist, sind Automatics eine gute Option für den Außenanbau
Obwohl Deutschland ein kaltes Land ist, sind Automatics eine gute Option für den Außenanbau

Dieser noch junge und sich weiterentwickelnde Rechtsrahmen erfordert eine sorgfältige Anbauplanung. Der Platz ist begrenzt, die klimatischen Bedingungen sind anspruchsvoll und die Anbaueffizienz zählt mehr denn je.

Automatics passen zum deutschen Klima

Die Automatics stammen vom Cannabis ruderalis ab, einer Unterart, die in den hohen Breitengraden der Nordhalbkugel beheimatet ist und durch kurze Sommer und kalte Nächte geprägt wird. Dieses genetische Erbe verleiht ihnen zwei entscheidende Eigenschaften für ein Land wie Deutschland: einen kurzen Lebenszyklus von acht bis zwölf Wochen von der Keimung bis zur Ernte und eine Blüte, die unabhängig von der Photoperiode ist, wodurch die Notwendigkeit entfällt, die Dunkelstunden zu manipulieren, um die Reifung einzuleiten.

Hinzu kommt ein kompakter Wuchs, in der Regel zwischen 60 und 120 Zentimetern, der die Einhaltung der gesetzlichen Obergrenze von drei Pflanzen auf engem Raum erleichtert und die Diskretion gegenüber Nachbarn oder Sichtachsen aus Gemeinschaftsbereichen fördert.

In der Praxis kann ein Grower in München, Hamburg oder Berlin zwischen Mai und September einen oder sogar zwei Outdoor-Zyklen durchführen und gleichzeitig das ganze Jahr über gestaffelte Indoor-Anbauten unterhalten, ohne auf einen Wechsel der Photoperiode angewiesen zu sein. Diese Flexibilität ist wahrscheinlich das stärkste Argument für Automatics gegenüber photoperiodischen Sorten in einem Land, in dem das Fenster nutzbarer Sonnenstunden kurz und der Ertrag pro Pflanze – wegen der gesetzlichen Obergrenze von drei Pflanzen – besonders wichtig ist.

Klimatische Bedingungen, von Bayern bis zur Nordsee

Deutschland weist kein einheitliches Klima auf. Der Norden und Westen sind ozeanisch geprägt, mit hoher Luftfeuchtigkeit, anhaltenden Niederschlägen und gemäßigten Temperaturen. Der Osten und Süden tendieren zu einem kontinentalen Klima, mit trockeneren und wärmeren Sommern, jedoch kühlen Nächten und kurzen Herbsten.

In beiden Fällen ist die Luftfeuchtigkeit während der Blüte der Hauptfeind des Outdoor-Growers, da sie das Auftreten von Botrytis cinerea (Grauschimmel) und Mehltau an den sich entwickelnden Blüten begünstigt. Daher sollten Genetiken mit luftiger Blütenstruktur bevorzugt werden, mit schneller Blüte und nachgewiesener Schimmelresistenz – extrem dichte Indicas sollten vermieden werden, es sei denn, der Anbau erfolgt im Gewächshaus oder unter Dach.

Das optimale Zeitfenster für den Outdoor-Anbau liegt zwischen Ende Mai und Anfang September. Eine Keimung vor dem 15. Mai setzt die Sämlinge noch kalten Nächten aus, die die Anfangsentwicklung verlangsamen würden, während eine Keimung nach dem 15. Juni dazu führt, dass die Reifung in einen bereits regnerischen September fällt.

Um die Saison optimal zu nutzen, ist eine wirksame Strategie, den ersten Zyklus Anfang Mai im Innenraum oder Gewächshaus zu starten und ihn ins Freie zu verlegen, sobald die nächtlichen Tiefstwerte stabil über 12 °C liegen.

Substrat, Bewässerung und Nährstoffversorgung bei Automatics

Beim Anbau von Automatics hat jeder Fehler unmittelbare Auswirkungen auf die Ernte, da keine verlängerte Wachstumsphase existiert, in der sich die Pflanze erholen könnte. Der erste Schritt besteht darin, direkt im endgültigen Topf zu keimen – in der Regel zwischen 7 und 15 Litern – um den Stress des Umpflanzens zu vermeiden. Das Substrat sollte luftig, gut drainiert und mäßig nährstoffreich sein.

Die Bewässerung sollte dem Prinzip kurzer Anfeucht- und Trocknungszyklen folgen. In den ersten beiden Wochen reichen geringe, nahe am Wurzelhals der Pflanze ausgebrachte Mengen aus. Ab Beginn der Vorblüte, gewöhnlich um den 21. Tag, steigt der Wasserbedarf stark an, und es empfiehlt sich, zu reichlicheren, aber selteneren Bewässerungen überzugehen, um das Wurzelsystem zum Tiefenwachstum zu zwingen.

Die Nährstoffgabe sollte mit 25 bis 50 Prozent der für photoperiodische Sorten empfohlenen Dosen beginnen, da Automatics besonders empfindlich auf einen Salzüberschuss im Substrat reagieren. Im Outdoor-Anbau bei häufigen Niederschlägen bietet die Verstärkung mit Silizium sowie mit Produkten auf Basis von Bacillus und Trichoderma einen zusätzlichen Schutz gegen Blatt- und Wurzelpathogene.

Bei den Anbautechniken sollte man sich auf stressarme Methoden beschränken. Das LST (low stress training), bei dem die Seitenäste sanft heruntergebunden werden, ermöglicht eine homogene Canopy und verbessert die Lichtdurchdringung, ohne das Wachstum zu blockieren. Stressintensive Techniken wie Topping oder Fimming sind bei Automatics riskant, da sie die effektive Blütezeit verkürzen und den Endertrag beeinträchtigen können.

Automatics sollten von Anfang an in große Töpfe gepflanzt werden

Auswahl an Automatic-Sorten

Im Katalog von Philosopher Seeds gibt es mehrere automatisch blühende Genetiken, die sich besonders gut an die deutschen Bedingungen anpassen. Für den Grower, der ein ausgewogenes Profil und zitrische Terpene sucht, ist die Lemon OG Candy Auto eine der meistverkauften Automatics des Hauses und überzeugt durch ihre Schnelligkeit, ihre handhabbare Struktur und eine moderate Potenz, die den Tagesgebrauch erleichtert. Die C. Banana Auto, eine Kreuzung aus Chiquita Banana und Banana Zkittlez Auto, liefert sehr hohe THC-Werte und ein intensives Aromaprofil von reifer Banane – ideal für Nutzer, die Wert auf Potenz legen.

Fraggle Skunk Auto, sehr harzig
Fraggle Skunk Auto, sehr harzig

Zu den jüngsten Neuzugängen zählen die Black Bomb Auto, die Mandarin Cookies Auto und die Orange Candy Auto XXL, die für schnelle und ertragreiche Zyklen mit ausgeprägten Aromaprofilen entwickelt wurden – eine besonders nützliche Kombination in kurzen Saisons, in denen die Blütendichte in möglichst wenigen Wochen erreicht werden muss. Für ein Publikum, das ein ausgewogenes CBD:THC-Verhältnis zu therapeutischen oder funktionellen Zwecken sucht, bietet die in Zusammenarbeit mit dem Team von Old School Genetics entwickelte Fraggle Skunk Auto eine CBD-reiche Alternative, ohne auf die für Automatics typische Anbauleichtigkeit zu verzichten.

Lemon Auto CBD, zitrisch und therapeutisch
Lemon Auto CBD, zitrisch und therapeutisch

Zum Abschluss

Die deutsche Legalisierung hat einen technischen und rechtlichen Raum eröffnet, in dem Hunderttausende Nutzer ihre eigenen Pflanzen mit rechtlicher Sicherheit anbauen können. Automatics bieten den besten Kompromiss aus Schnelligkeit, Diskretion, Einhaltung der Drei-Pflanzen-Grenze und Anpassung an das Klima des Landes.

Mit einer sorgfältigen genetischen Auswahl, einem gut konzipierten Substrat und einem umsichtigen Bewässerungs- und Nährstoffmanagement ist es durchaus möglich, qualitativ hochwertige Ernten zu erzielen – selbst in klimatisch anspruchsvollen Regionen wie dem ozeanischen Norden oder den bayerischen Alpentälern. Verantwortungsvoller Eigenanbau beginnt bei der Wahl des Saatguts: Alles Weitere ist Planung, Beobachtung und Geduld.

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